Was lehrt uns die Corona-Krise

Video- und Internetveröffentlichung: Fußball-Bundestrainer Löw sprach im Zusammenhang mit der Corona Krise über sein Gefühl, dass sich die Welt auch ein bisschen gegen die Menschen, deren Tun wehrt und stemmt. Der Mensch denke immer, dass er alles weiß und kann. Joachim Löw weiter: Machtgier, Profit, noch bessere Resultate, Rekorde standen im Vordergrund  und  Umweltkatastrophen haben uns nur am Rande berührt und auch Krankheiten sind irgendwo steckengeblieben. Jetzt erleben wir etwas, was die ganze Menschheit betrifft.

Der Bundestrainer des mächtigen Fußballsports sieht sich mit seinen Gefühlen und seiner Meinung zumindest derzeit sicher nicht allein. Inwiefern betreffen seine Aussagen den Sport, der in Anbetracht unserer derzeitigen Sorgen selbst für die größten Sportfans nicht das Wichtigste ist?  Bedurfte es erst der Corona Krise zur Kritik der  finanziellen Auswüchse in einigen, wenigen Sportarten?  Welche Lehren werden daraus gezogen,  wie lange und wie nachhaltig werden sie sein? Ich glaube nur an Momentane. Die Sportarten, die bisher Randsportarten waren, werden es bleiben. Die Medien und da besonders das Fernsehen bestimmen diesen Begriff unabhängig von der Größe der Sportart. Das Fernsehen bestimmt den Wert der Sportarten für Sponsoren und die  Förderung  des Leistungssports durch die große Politik mit Blick auf Außenwirkung weltweit durch Medaillengewinne bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften. Unabhängig davon, ob sie unter großer oder kleiner Konkurrenz errungen werden. Es gibt Sportarten, die nur in wenigen Ländern betrieben werden und in denen die weltweite Außenwirkung trotz dem Medaillengewinn entsprechend gering ist, geringer als es in großen Sportarten Platzierungen hinter den Podestplätzen sind.     

Gesellschaftliche Bedeutung von Vereinen
Die Lehre aus der Coronakrise für den Tischtennissport insgesamt und uns

Packen wir an, wenn es wieder möglich ist!

Die vielen Fußballfans vermissen besonders die Bundesligaspiele, deren Besuchsmöglichkeit und Fernsehübertragungen. Weit darüber hinaus aber haben die derzeitigen Einschränkungen die Bedeutung der Vereine für einen Großteil der Bürger von jung bis alt aufgezeigt. Besonders viele Sportler aller Sportarten vermissen ihre sportlichen Aktivitäten und die Geselligkeit im Verein. Ich denke dazu gehören weitestgehend auch wir. Bedurfte es erst der Krise, die Bedeutung unserer Vereine wieder mehr zu schätzen? Ich meine dabei nicht nur die Politik sondern uns selbst.  Mehr und mehr finden Vereine keinen Vorsitzenden und Mitarbeiter. Besonders im Jugendsport haben wir „Einbrüche“. Der Grund hierfür ist nicht nur die belastende Bürokratie. Legen wir, aufgrund der Bedeutung der Vereine, wie wir sie  nun für uns selbst wieder entdeckt haben, den Hebel  um und packen wieder verstärkt an! Denken wir dabei besonders an die Jugend und an die Welt, die wir ihnen aus guten Zeiten hinterlassen! Es gibt immer noch Vereine, die in der Vereins- und Jugendarbeit mit gutem Beispiel vorangehen, Jugendliche und junge Erwachsene lassen sich, wo sie anerkannt werden, in die Vereinsarbeit einbinden, wie es empfehlbare Beispiele zeigen. Die Erkenntnis aus den derzeitigen Einschränkungen, dass uns der Sport und das Vereinsleben gefehlt haben und fehlen, sollten uns antreiben, unsere Vereine zu erhalten unabhängig von Spielklassen und unabhängig von der Einstufung als Randsportart. Die Vereinsverantwortlichen unseres TTC beweisen Engagement und Weitsicht. Sie können mit dem Miteinander insgesamt zufrieden sein, und auch über das Engagement junger Sportler sowie das Miteinander, das uns in dieser schwierigen Zeit abgeht. Dazu bedarf es auch bei uns trotz einer guten Situation einer noch größeren Bereitschaft zur Mitarbeit, sporadisch oder fester. Das Corona-Problem wird die Gesellschaft sicher noch länger belasten. Wann der Sportbetrieb  wieder aufgenommen werden kann und wie, wird sich zeigen. Im Interesse der Gesundheit ist Geduld notwendig. Dann aber ist ein gemeinsames Anpacken umso mehr notwendig. Die Erkenntnis, dass uns, besonders Kindern und Jugendlichen der Sport in der Gemeinschaft gefehlt hat, sollte uns Antrieb sein. Es gilt die Vereine nicht nur zu erhalten sondern zu verbessern.  

Gert Jungbauer