Wieder nur dazu gelernt

Langweids Nummer eins, Nathaly Paredes, bringt das Handy in Stellung, um die Spiele ihrer Mannschaftskameradinnen aufzuzeichnen. So können die jungen Langweiderinnen aus ihren Fehlern lernen. (Bild: Oliver Reiser)

Tischtennis-Frauen des TTC Langweid verbringen 1700 Kilometer auf der Autobahn, verlieren aber beim MTV Tostedt 1:6

Der Rückrundenauftakt der 2. Tischtennis-Bundesliga nahm für die Frauen des TTC Langweid mit einer 1:6-Niederlage beim TTV Tostedt (Niedersachsen) den erwarteten Verlauf. „Das Ergebnis klingt deutlicher, als es eigentlich gewesen ist“, bilanzierte Spielertrainer Cennet Durgun.

Die glatten Niederlagen der Langweider Duos in den ersten Sätzen der Doppel ließen Böses ahnen. Die Doppel Nathaly Paredes/Le Hong Loan und Venckute/Durgun bäumten sich aber auf und konnten. die nächsten Sätze offener gestalten. Langweids Spitzenduo konnte das Spitzendoppel der Gastgeber sogar in den Entscheidungssatz fordern.

Nicht die Nerven, aber den Mut verloren

Loan Le vermochte es anschließend gegen Irene Ivancan, die Spitzenspielerin der Gastgeber, den in der Vorrunde errungenen Erfolg nicht zu wiederholen. Es sah bis gegen Ende des Entscheidungssatzes zwar danach aus, doch dann konnte die ehemalige deutsche Nationalspielerin ihre Routine in die Waagschale werfen. Bis dahin hatte Le durchdacht und mit viel Spielübersicht gegen die Defensivkünstlerin agiert. Am Ende jedoch verlor sie nicht die Nerven, sondern den Mut und vergab eine Führung. „Zu zaghaft und ängstlich. Schade“, stellte die Italienerin fest und ärgerte sich noch Stunden nach dem Spiel.

Bei der 19-jährigen Nathaly Paredes fehlte es zwar gegen beide Tostedtder Spitzenspielerin nicht am Kampfgeist. Letztlich führte er aber nicht zum Erfolg. „Nathaly fehlt es noch an Erfahrung und Cleverness. Noch sind ihre Spielzüge zu leicht zu lesen“, meinte Cennet Durgun.

Die Langweider Spielertrainerin präsentierte sich gegen die favorisierte Svenja Koch mutig und kämpferisch, hatte aber ebenfalls mit 0:3 das Nachsehen. „Aber auch hier wäre mit etwas Glück auch mehr zu holen gewesen“, so Durgun, die vor dieser Saison den großen Sprung von der Oberliga in die 2. Liga machen musste und zudem mit Organisationsaufgaben sowie bei Auswärtsspielen als Fahrerin belastet ist. Den Ehrenpunkt sicherte Vitalija Venckute, die Punktegarantin im hinteren Paarkreuz, gegen die junge Abwehrspielerin Finja Hasters. Sie überzeugte durch ihre konsequente Spielweise und ließ sich selbst bei langen Ballwechseln nicht aus der Ruhe bringen. „Sie spielte Punkt für Punkt bis zum Ende aus“, lobte Durgun nach dem Spiel.

Nach diesem Spiel liegt der TTC Langweid immer noch in einer guten Position, um den Klassenerhalt zu realisieren. „Auch nach diesem Wochenende mit rund 1700 gefahrenen Kilometer in 20 Stunden, wovon rund acht bei bester Laune singend im Auto verbracht wurden, kann ich immer noch sagen, dass der TTC bereit für die restliche Rückrunde ist“, sagt die Spielertrainerin. In zwei Wochen geht es nach Weil am Rhein. „Weil ist Favorit und eine schier unmögliche Aufgabe, aber wir werden unser Bestes geben“, verspricht Durgun. (jug)

MTV Tostedt – TTC Langweid 6:1. Kaiser/Koch – Loan Le/Paredes 11:2, 9:11, 8:11, 11:8, 11:3, Ivancan/Hasters – Venckute/Durgun 11:5, 13:11, 11:8, Ivancan – Loan Le 8:11, 11:8, 11:13, 11:6, 11:9, Kaiser – Paredes 11:6, 11:7, 11:7, Koch – Durgun 11:7, 11:9, 11:7, Hasters – Verckute 3:11, 11:9, 5:11, 9:11, Ivancan – Paredes 14:12, 11:8, 11:6.

Quelle: Augsburger Allgemeine, 14.01.2020
https://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg-land/sport/Wieder-nur-dazu-gelernt-id56447546.html